
Am 10. Januar 2008 wurde das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen dreißig Jahre alt.
Bei seiner Gründung 1978 war dieses Arbeitszentrum für literarische Übersetzer das weltweit erste und einzige Zentrum seiner Art, das dank der Initiative und Durchsetzungskraft seiner beiden Gründerväter Elmar Tophoven und Klaus Birkenhauer und unter der Schirmherrschaft von Heinrich Böll, Samuel Beckett und Mario Wandruszka zustande kam.
Dank der kontinuierlichen Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen konnte das Europäische Übersetzer-Kollegium seine Tätigkeit über die Jahrzehnte ausbauen und festigen und diente den später entstandenen Übersetzerkollegien im gesamten Europa als Vorbild. Durch seine hervorragende Infrastruktur und eine umfangreiche Bibliothek gilt das Straelener Übersetzer-Kollegium nach wie vor als das weltweit größte und renommierteste Dienstleistungszentrum für Literaturübersetzer.
Jährlich kommen über 700 Gäste aus allen Teilen der Welt nach Straelen, um an ihren Buchübersetzungen zu arbeiten. Inzwischen sind über 19.000 Werke aus über hundert Sprachen übertragen worden.
Im Jahr 2001 konnte durch eine besonders intensive Zusammenarbeit mit der Kunststiftung NRW der mit 25.000 € dotierte "Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW" ins Leben gerufen werden, der mittlerweile jährlich in Straelen verliehen wird.
In den dreißig Jahren seines Bestehens ist es dem Kollegium gelungen, nicht nur tausenden von Übersetzern im niederrheinischen Straelen eine Heimat auf Zeit zu schaffen, sondern auch ständig neue Projekte zu initiieren und durchzuführen.
So finden ab 2007 regelmäßig die sogenannten "Straelener Atriumsgespräche" statt, in denen ein bekannter deutscher Autor über mehrere Tage mit seinen ausländischen Übersetzern an seinem aktuellen Werk arbeitet, um alle Probleme, die bei der Übersetzung entstehen, zu diskutieren und zu klären.
Im Rahmen des Projekts "Translator in Residence" arbeitet das Kollegium seit vielen Jahren erfolgreich mit Schulen und Lehrern zusammen, um Schülern einen praxisnahen Einblick in die Kunst des Übersetzens zu vermitteln.
EÜK/9.1.2008
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