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Andreas Tretner, Almut Schlichting © EÜK

 

Ausgerechnet während der Zeit der deutschen Besatzung (»Reichsprotektorat Böhmen und Mähren«) hat der Schriftsteller Josef Škvorecký in seiner ostböhmischen Heimatstadt Náchod zum Jazz gefunden.

 

 

In vielen seiner Erzählungen und Romane findet sich dieses Städtchen unter dem Namen Kostelec wieder, wie auch er selbst im jugendlichen Helden Danny unschwer zu erkennen ist. Jazz war für die jungen Leute nicht nur Musik, sondern Lebensstil, Bekenntnis. Er war eine Art Widerstand gegen das herrschende Regime, das Jazz als »jüdisch-negroide«, entartete Kunst ansah; ein Ausdruck der Bewunderung für den freien amerikanischen Lebensstil. Aber auch eine Revolte gegen die Generation der Väter und ihren ängstlichen Konformismus, gegen böhmische Blasmusik und versteinerte Konventionen.

 

 

Die Berliner Saxophonistin Almut Schlichting und der Berliner Literaturübersetzer Andreas Tretner, derzeit Translator in Residence im Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen, luden zu einer literarisch-musikalischen Improvisation unter dem Titel DAS BASSSAXOPHON -- eine Novelle um Kunst und Verführung -- - von Josef Škvorecký ein.

 

JAZZ UND LITERATUR


 

Donnerstag,
19. März 2009



Almut Schlichting
© privat