Seit mehr als 25 Jahren übersetzt Ljubomir Iliev (geb. 1949) deutschsprachige Literatur ins Bulgarische. Nach seiner Tätigkeit als Universitätsassistent (1975 - 1979) sowie Redakteur (1980 - 1985), stellvertretender Chefredakteur (1985 - 1989) und Chefredakteur (1990 - 1991) der für ausländische Literatur spezialisierten Zeitschrift "Panorama" widmet sich der Germanist aus Sofia gänzlich der Übersetzung.
Den Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die deutsche Klassik, die er sich mit der Zeit zu seiner Domäne in Bulgarien gemacht hat. Sämtliche Dramen Schillers, Lessings "Nathan der Weise", Kleists "Penthesilea" und insbesondere Goethes "Faust I - II" sind markante Weichen auf seiner übersetzerischen Laufbahn.
Ilievs lange Publikationsliste wird vervollständigt durch die von ihm übertragenen Werke Sebastian Brants, Joseph von Eichendorffs, Novalis, Hermann Brochs, Hermann Hesses, Rainer Maria Rilkes, Heinrich Bölls u. a. m.
In den letzten Jahren richtet er sein Augenmerk auch auf zeitgenössische Autoren: Max von der Grün, Siegfried Lenz, Urs Widmer, Bernhard Schlink, Hans-Ulrich Treichel. Für seine Leistungen als Übersetzer wurde Ljubomir Iliev bereits dreimal mit dem Grossen Preis des bulgarischen Übersetzerverbandes ausgezeichnet - 1985 (für Hermann Brochs "Tod des Vergil"), 1990 (für Sebastian Brants "Narrenschiff") und 1999 (für Goethes "Faust").
Zu den wichtigeren internationalen Tagungen, an denen er teilgenommen hat, gehören die Konferenz "Gibt es Maßstäbe für die Übersetzungskritik?" (Straelen, 1989), das Kolloquium "Literatur und politische Erneuerung" (Wien, 1990), der Weltkongress der Goethe-Übersetzer (Erfurt, 1999), der Übersetzertag in Berlin (2000).
Sein aktuelles Arbeitsprojekt besteht in der bulgarischen Übersetzung des neuen Romans Hans-Ulrich Treichels "Der irdische Amor".
Stand: Januar 2003