Die Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen vergibt in Kooperation mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen im Juni 2001 erstmals den mit 50.000 DM dotierten großen Preis für literarische Übersetzung. Der Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen wird für das Jahr 2001 vergeben an Thomas Reschke.
Eine unabhängige Fachjury aus literarischen Übersetzern hatte die Aufgabe, unter 56 Bewerbern, die Übersetzungen aus insgesamt 17 Sprachen vorlegten, eine herausragende Leistung auszuwählen. Mit der Verleihung soll zugleich das Gesamtwerk des Übersetzers gewürdigt werden.
Auf ihrer Sitzung in Straelen am 16./17. 3. 2001 hat die Jury diesen Preis dem in Berlin lebenden Übersetzer Thomas Reschke für seine Übertragung des Romans „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow zuerkannt.
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Zugleich erfährt damit Thomas Reschkes außergewöhnlich umfangreiches übersetzerisches Gesamtwerk von Literatur aus dem Russischen die verdiente Anerkennung. Die deutsche Fassung von Bulgakows Roman, Teil einer 13bändigen, ebenfalls fast vollständig von Reschke übersetzten Werkausgabe des Autors, ist eine seit ihrer Erstveröffentlichung 1968 mehrfach überarbeitete, ausgereifte, stilistisch brillante Übersetzung, die die sichere Beherrschung mehrerer Sprachebenen und hohe sprachschöpferische Phantasie erforderte. Sie hat dieses Meisterwerk der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts für eine große Leserschaft im gesamten deutschen Sprachraum erschlossen.
Thomas Reschke hat in 45 Jahren übersetzerischen Wirkens seine Kunst stets in den Dienst sprachlich anspruchsvoller, kniffliger Texte und vorzugsweise kritischer sowjetischer Autoren gestellt, die zur Entstalinisierung beitragen konnten.
Irmela Brender; Joachim Meinert; Helga Pfetsch; Maja Pflug; Helmut Scheffel