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Dr. Fritz Schaumann


Präsident der Kunststiftung NRW


 

Grußwort


zur Verleihung des Übersetzpreises der Kunststiftung NRW an Frau Dr. Barbara Kleiner


im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen


am 20. Juni 2007


 

 

Liebe Frau Dr. Kleiner,

 

Sie stehen heute im Mittelpunkt. Ihre Übersetzungsarbeit wird als exzellent beurteilt und deshalb auch als außerordentlich preiswürdig ausgezeichnet. Ich kann dieses Urteil zwar nicht in aus eigener Kompetenz nachvollziehen, aber meine „Leseproben“ aus Ihrer Arbeit gaben mir wenigstens eine Ahnung von Ihrer sprachlichen Kompetenz.

 

 

Die Kunststiftung NRW vergibt den Übersetzerpreis zum vierten Mal seit 2001 in bewährter und enger Kooperation  mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium. Er hat sich zu einem der renommiertesten Literaturpreise entwickelt.

 

 

Er ist ein Preis für die „stillen Helden“ der Literatur – die Übersetzerinnen und Übersetzer, die eine Brücke bauen zu Prosa, Drama und Lyrik jenseits unserer Sprachgrenze. Sie beherrschen die Kunst, Werke in anderen Sprachen und Kontexten wieder auferstehen zu lassen. Übersetzer müssen nicht nur die richtigen Worte finden, sondern auch den Ton und Rhythmus der Vorlage treffen. Präzision und literarisches Talent machen den Beruf des Übersetzers so anspruchsvoll wie unersetzlich. Ohne ihn hätten wir keinerlei Kenntnisse der Weltliteratur, ohne Übersetzer bliebe die Literatur, blieben wir provinziell.

 

 

Der Übersetzerpreis würdigt deshalb die Bedeutung literarisch herausragender Übersetzungen und honoriert diese wichtige künstlerische Arbeit in besonderer Weise. Er ist mit 25.000 Euro dotiert und wird bisher im zweijährigen Turnus für das Gesamtwerk eines Übersetzers vergeben.

 

 

Die Vermittlung von Kunst und Kultur von Deutschland ins Ausland und vom Ausland nach Deutschland ist mehr als ein nationales Marketing-Programm. Wir brauchen gerade heute differenzierte Bilder unterschiedlichen Kulturen, müssen uns mit ihnen intensiv auseinandersetzen und auch Brüche und Schwierigkeiten im Umgang miteinander produktiv bearbeiten. Sicher formuliert man nicht übertrieben, wenn man sagt: Wir leben vom kulturellen Austausch. Und deshalb kommt der Kunst des Übersetzens eine ganz besondere Bedeutung zu. Literaturübersetzer haben sich längst unentbehrlich gemacht.

 

 

Unsere  Aktivitäten in der Kunststiftung zielen nicht nur, aber eben auch in der Literatur darauf ab, in den Köpfen der Menschen eine Öffnung zu bewirken, Interesse und Verständnis zu wecken für Kulturen, die zugleich fremd und doch überraschend nah sind. Wir möchten die Leistungen der Übersetzerinnen und Übersetzer als Brückenbauer und Mittler zwischen den Kulturen noch stärker als bisher würdigen. Deshalb werden wir den Übersetzerpreis ab 2008 jährlich vergeben – selbstverständlich mit unverändertem Preisgeld.

 

 

Liebe Frau Kleiner, für die großartige Übertragung der "Bekenntnisse eines Italieners von Ippolito Nievo“  (Manesse Bibliothek der Weltliteratur) und zugleich für Ihr umfangreiches übersetzerisches Werk verleihe ich Ihnen heute den Übersetzerpreis 2007. Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und hoffe, Sie haben das Preisgeld bereits mental „angelegt“.

 

 

Herzlichen Dank.