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Pierre Deshusses: Über das Übersetzen


 

Während meines Studiums an der Ecole Normale Supérieure in St. Cloud kam ich auf den Geschmack des Übersetzens, aber eigentlich war es ein Zufall, dass daraus der Beruf werden sollte, den ich dann als Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung ausübte. Warum gerade Deutsch? Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht ist es gut so, dass gewisse lebensbestimmende Entscheidungen nicht voll und ganz hinterfragt werden.

 

Mit Doderer, dem ersten Autor, den ich 1986 übersetzt habe, wurde mir die Bedeutung des treffenden Wortes klar. Gleichzeitig habe ich verstanden, dass das treffende Wort die Sache nicht unbedingt trifft, und dass es vielmehr um eine rhythmisch und farblich passende Tonalität geht, die sich zu einem Ganzen fügt und die letztendlich den Übersetzer zum Autor werden lässt. Ich habe von Goethe bis Brussig, über Kleist, Rilke, Schnitzler, Hofmannsthal, Kafka, Kraus oder Brecht in 20 Jahren ungefähr 60 Werke übersetzt, ohne einige Kinderbücher zu vergessen, die nicht zu den uninteressantesten gehören. Alle diese Werke habe ich mit großer Freude übersetzt immer von dem Wunsch erfüllt, sie zu entdecken und anderen das Entdeckte zugänglich zu machen.

 


So erklärt es sich auch, dass ich seit zwei Jahren an der Universität Straßburg das Übersetzen lehre, sofern sich übersetzen überhaupt lehren lässt. Übersetzen ist keine exakte Wissenschaft und lebt von immer wieder neu begonnenen Versuchen. Man tut der entsprechenden Sprache Gewalt an, um sie anderen mitzuteilen und verständlich zu machen. Mit der Akzeptanz dieses Widerspruchs wird aber auch über die Literatur hinaus auf die Tatsache verwiesen, dass die Bande zwischen den Kulturen nie etwas entgültig Erworbenes sind, sondern ständig neu geknüpft werden müssen.

 

***

 

C’est mon passage à l’Ecole Normale Supérieure de St Cloud qui m’a donné le goût de la traduction mais c’est le hasard qui m’a donné la possibilité d’en faire un métier – que ce soit à temps partiel ou à plein temps. Pourquoi avoir choisi l’allemand ? Je n’en ai aucune idée et je me dis même qu’il est bon que certains choix fondamentaux n’accèdent pas au statut d’idée et restent dans l’ombre.

 

Doderer, le premier auteur que j’ai traduit en 1986, m’a fait sentir l’exigence du mot juste. En même temps j’ai appris que le mot juste n’est pas juste un mot mais une évocation rythmée et colorée intégrée dans un ensemble qui fait du traducteur un auteur. De Goethe à Brussig en passant par Kleist, Rilke, Schnitzler, Hofmannsthal, Kafka, Kraus ou Brecht, j’ai traduit une soixantaine de titres en vingt ans, sans compter quelques livres pour enfants qui n’ont pas été les moins enthousiasmants. Tous ont été une source de plaisir initié par le désir de découvrir et de faire découvrir.

 


C’est dans cette démarche de la découverte que, depuis deux ans, j’enseigne aussi la traduction à l’université de Strasbourg - pour autant que cela puisse s’enseigner. La traduction n’est pas une science exacte et vit de tentatives toujours recommencées. C’est un acte de violence commis sur les langues au nom du partage et de l’entente. Assumer cet acte contradictoire, c’est aussi rappeler, au-delà de la littérature, que les liens entre les cultures ne sont jamais donnés une fois pour toutes et doivent être constamment retissés.

 

Die ausgezeichnete Übersetzung



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